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Dana Bandy - I was running so fast it was like the trees were standing still

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1991 - Motorrad-Tour mit Udo durch Schottland

Geschrieben Juni 2020


Dieser Text steht original so Wort für Wort in meinem Reisetagebuch, ein DinA5 Ringbuch.

Donnerstag 18.04.1991 Heute morgen habe ich ein nicht originales Teil für meine Vorderachse abgeholt. Jetzt schleift die Bremsscheibe. Trotzdem haben Udo und ich es von 12:30 bis 16:30 bis Zeebrugge geschaft, wo wir uns auf er Nordstar eingeschifft haben. Nun haben wir nach einem guten Abendessen unsere Zweierkabine bezogen.

Freitag 19.03.1991 Nach einem guten Frühstück sind wir von Hull nach York gefahren, wo wir uns zwei Stunden lang die City und das Minster angesehen haben. Von da sind wir bei typischem Frühlingswetter, also 15min Schneeregen und Hagel und 45 min Sonne, bis Earlstone ( A68, 60km von Edinburgh) gekommen, wo wir durch zufälliges Fragen an einer Tankstelle zu einem sehr nette B&B mit FZR-Genesis im Wohnzimmer gekommen sind. Abends gabs Wärmflaschen ins Bett!

Kurz vor der Abfahrt grenze nach Schottland Edenburgh
Abfahrt - Grenze - Edenburgh



Samstag 20.04.1991 Mit einem guten Frühstück im Bauch sind wir bis Edinburgh gefahren, wo wir in dieser Gammel-Stadt eine Gammel-Herberge bezogen haben. Der anschließende Stadt-Bummel verstärkte den Eindruck.
Abends sind wir noch mal auf zwei Guiness raus gegangen. Mit dem Whiskey von vorher sind wir gegen Mitternacht ziemlich groggy in die Schlafsäcke gekrochen.

Sonntag 21.04.1991 Ohne Frühstück bei ziemlich gutem Wetter los gefahren bis ich vorne einen Platten hatte. Der ließ sich mit Udos Luftpatrone beheben (wohl Ventilschwäche). In Braemer zu Mittag/Abend gegessen und ein paar Kilometer weiter in einer alten Holzhütte übernachtet (kalt, gefroren).

Udo's Reifen-Rettungs-Set Schottland Schottland
Reifen-Rettung - Schottland



Montag 22.04.1991 Am Morgen über Abbruch der Tour diskutiert, ohne zu einem Ergebnis zu kommen.
Wir sind dann in mieser Verfassung aufgebrochen. Balmoral-Castle war für Besucher geschlossen. Bis Aberdeen hatten wir mäßiges Wetter. Dort haben wir ein Schwimmbad gefunden, dann aber beschlossen, noch weiter zu fahren.
In Fraserburgh haben wir eine längere Pause gemacht und sind dann bis kurz vor Inverness weiter gefahren. Hier sind wir wieder in einem B&B das gut, aber nicht so familiär wie das vom Freitag ist.

Schottland Übernachtung in der Hütte Postkarten nach hause schreiben



Dienstag 23.04.1991 Als erstes nach Inverness rein gefahren und dort ausgiebig umgesehen und gebummelt. Dann an der Ostküste bei sehr gutem Wetter bis Thurso über herrliche Straßen. Auf dem Weg haben wir in einem alten Turmrest am Meer zu Mittag gegessen. Von Thurso aus sind wir zum abchecken der Fähren nach Scrabster und dann zurück nach Thurso. Nach einem Stadt-Bummel zurück Richtung Wick wobei wir 30 min Pause an der Straße gemacht haben.
Von Wick sind wir die Straße nach John o' Groats gefahren bis wir unser Nachtlager auf einer Wiese am Meer erreichten. Dort haben wir im Licht meines Motorrades das Zelt mehr mehr schlecht als recht aufgebaut.

Mittwoch 24.04.1991 Nach einer guten und ruhigen Nacht früh aufgebrochen und zurück nach Thurso gefahren. Von da aus zum Ferryport nach Scrabster, wo wir uns nach einiger Diskussion zu den Orkneys einschifften. Um 14:00 sind wir dort angekommen und über den Westen und Norden bis Kirkwall gefahren. Hier haben wir gut eingekauft und sind dann auf der Suche nach B&B bis ans Süd-Ost-Ende gefahren (Deerness). Von da aus sind wir, einem Schild folgend, an The Gloup, einem durch einen Tunnel mit dem Meer verbundenen Canyon, gegangen.
Von da aus haben wir noch einen beeindruckenden Steilküsten-Spaziergang gemacht. Störend war nur der Wind, der stetig und stark und kalt war.
Nach dem Ausflug sind wir zurück nach Kirkwall gefahren und haben us dort in ein B&B einquartiert (mit Heizdecke).

Orkney-Inseln Orkney-Inseln Orkney-Inseln
Orkney-Inseln



Donnerstag 24.05.1991 Nach dem Frühstück, es gab geräucherten Hering, sind wir als erstes zur Post zum Geld holen gefahren. Danach auf der Süd-Ost-Route bis Stromness, da haben wir zu Mittag gegessen.
Nach einer ruhigen Fährüberfahrt sind wir weiter bis Bettyhill gekommen, wo eine Fehlmessung des Ölstandes uns bewog, mein Motorrad stehen zu lassen und auf Udos Maschine nach Tongue zu fahren. Da es dort kein Öl gab, sind wir wieder zu meinem Motorrad zurück gefahren und haben nochmals gemessen, diesmal richtig.
Dadurch etwas aufgehalten, sind wir bis nach Einbruch der Dunkelheit an der Nordküste entlang gefahren. Eine fantastische Singe-Track-Strecke mit enormen Aussichten!
Unseren Schlafplatz in einer Sandstrandbucht haben wir von einem zufälligen Parkplatz aus entdeckt.

Freitag 26.04.1991 Ich habe es geschafft an diesem Morgen ein Fünf-Sekunden-Bad im Atlantik zu nehmen.
Danach sind wir recht zügig bis Drumnadrochit geheizt, wo wir Eingekauft haben. Etwas später haben wir dann am Loch-Ness Mittag gegessen. Als zweite Rekord-Tat an diesem Tag sind wir danach noch bis kurz vor Oban gefahren. Die Abendstunden waren sehr schön, aber die Nachtfahrt voller böser Fallen!
In einem netten B&B übernachtet.

Schottland Schottland Schottland



Samstag 27.04.1991 Als wir gegen 11:00 endlich abgefahren sind haben wir es bis Inveraray geschafft, wo wir uns ausgiebig in einem alten Gefängnis umgesehen haben. Von dort sind wir nach Glasgow gefahren; Lautstärke und Dreck haben uns dort aber bald wieder vertrieben. Wir sind dann weiter bis Gretna, wo wir unser Lager noch später als am Tag zuvor an der Küste aufgeschlagen haben.

Sonntag 28.04.1991 Der Sonntag begann damit, dass mein Vorderrad mal wieder platt war. Der Bauer zu dem wir es nach erfolgreichem Ausbau brachten, nahm uns im Auto mit zu einem Freund, der alte Rennmotorräder restauriert und nachbaut. Dessen Freund hat uns den Reifen geflickt, während wir in aller Ruhe die Werkstatt besichtigt haben. Als alles wieder fertig war, es war da bereits 12:00, sind wir nach Liverpool gefahren, da sind wir am Abend angekommen.
Die Stadt war zwar nicht ganz so hektisch wie Glasgow, aber fast noch unsauberer und verarmt. Dort haben wir beschlossen nach Manchester zu fahren. Auf halben Weg dorthin, mittlerweile war es Nacht, sind wir aber dann doch von der Autobahn abgefahren und wollten uns ein Lager suchen. Daraus wurde nichts, denn wo immer es halbwegs passabel war, stand ein Auto aus dem zwei aufgeschreckte Gesichter in die Scheinwerfer blinzelten. Da haben wir unsere Pläne noch mal geändert und sind bis Flint gefahren, wo wir in Ermangelung eines besseren Zeltplatzes auf dem Mittelstreifen einer Schnellstraße gezeltet haben.

Schottland Schottland Übernachtung auf dem Mittelstreifen
Zeltplatz an der Küste - Zeltplatz auf dem Mittelstreifen



Montag 29.04.1991 In der Nacht hat es angefangen zu regnen und es regnet jetzt immer noch. Wir sind als erstes nach Flint-City gefahren und haben dort versucht Geld zu holen: vergeblich. Dann sind wir, dem Rat des Postbeamten folgend, nach Chester gefahren.
Gegen 14:00, es regnete immer noch, sind wir von da nach Birmingham gefahren, wo wir nur ein B&B fanden, das uns nicht zusagte.
Am späten Abend sind wir dann in Richtung London aufgebrochen.

Dienstag 30.04.1991 Im Laufe der Nacht mit einigen langen Autobahn-Raststätten-Aufenthalten um London herum gefahren. Gegen 08:00 sind wir in Dover gewesen, es hat die ganze Nacht geregnet. Von Zeebrugge aus (im Regen) bis kurz hinter die Deutsche Grenze, dort ist mir der Sprit ausgegangen.

-- Anmerkung im Nachhinein: Wir haben mein Motorrad an der Autobahn stehen gelassen und Udo hat mich und meinen Reserve-Kanister mit durch die Regennacht genommen, bis wir Benzin gefunden haben. Danke!

Dann um 22:00 zu hause gewesen (es regnet immer noch).

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