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Ann Trason - It hurts up to a point and then it doesn't get any worse

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2018 - Grüngürtel-Rundweg G1

Geschrieben März 2018

Ich bin fit. Und gut drauf! Nach dem schönen Trainslauf mit Markus letztens und auch sonst. Gut trainiert, gut vorbereitet, gut drauf. Heute wird ein toller Tag, ich spüre es! Der Start am Müngerstorfer Stadion: kalt (Thermometer sagt minus sechs) aber sonnig. Wir laufen in einer kleinen Gruppe los, schnell und engagiert. Viel zu schnell, aber was soll's. Wenn ich einen perfekten Tag erwische, kann ich die 63km unter 7h schaffen und wenn es schlecht läuft, brauche ich halt länger. Ich weiß aber genau, dass ich 63 flach kann. Also einfach mal mit machen und genießen.

Die Strecke rund um Köln kenne ich gut, sie läuft keine 200m von meiner Haustür entfernt vorbei. Ich bin jung, die Sonne scheint, alles ist schön. Dieser Lauf hat nur einen VP auf der Hälfte, also bei km 32. Das ist weit und fast alle anderen Läufer sind mit Rucksack unterwegs. Ich nicht, ich habe Lust auf leicht und schnell. Und den Luxus kann ich mir leisten, denn bei Km 15 steht eine Freundin von mir, Claudi, mit dem Auto und macht mir einen Privat-VP. Das ist für mich auch die Entschuldigung, die schnellen Jungs, mit denen ich bis hierher unterwegs war, ziehen zu lassen.

Mühlheimer-Hafen, Rhein hoch bis zur Mühlheimer-Brücke. Die Sonne scheint, die Temperatur schafft es bis auf Null zu klettern und das Leben ist schön. Dann auf der falschen Rheinseite, wir Kölschen sprechen von der "Schähl-Sig", der "blinden Seite", wieder runter. Hier ist kaum Wind und die Sonne ist schön warm. Wir kommen durch einen kleinen Park, wo hunderte von Leuten gebannt auf Handy starren. Ich frage und erfahre, dass es heute im Spiel Pokemon-Go hier besondere Pokemons geben wird. Und ich erzähle meinerseits, dass wir 63km laufen. Jeder hält die anderen für sympathisch, verrückt und harmlos.

Uff, ich habe die Hälfte geschafft. Die Helfer stehen an einem sonnigen aber windigen Platz und sind perfekt ausgestattet. Ich bekomme eine perfekt temperierte leckere Suppe, Trinken und stecke mir ein bisschen Futter in die Taschen für unterwegs. Weiter.

Ich bin jetzt im Süd-Osten von Köln, weit weg von zu hause. Hier kenne ich mich nicht gut aus und ich bin durstig und müde. Der Weg wird lang, ich habe Hunger und Durst. Ich hätte wohl doch besser einen Trinkrucksack mit genommen. Ein Marathon hinter mir und und noch ein halber vor mir. Durch gute Vorbereitung weiß ich, dass 200m von der Strecke entfernt eine Tanke ist. Die Zeit nehme ich mir und mache mir den dritten VP. Trinken, essen: guuuuut.

Dann kommt die Rodenkirchner Brücke. Der Blick auf den Dom von Süden her und ich bin wieder in Mittel-Europa. Du musst wissen: für uns Kölsche und alle die westlich von uns leben, endet das eigentliche Europa am Rhein. Bis zur Elbe ist Ost-Europa und dahinter liegt angeblich Sibirien. Und ich bin jetzt wieder auf heimischem Boden und ich kenne wieder jeden Meter.

Ich mache jetzt langsam. Traben, Wandern, Jogging, Walking, Marschieren... weiter. Ich packe den Player aus und mache meinen geliebten Nightcore an. Bähm, Power! Die Rest-Km werden immer weniger. Und dann sehe ich das Müngersdorfer-Stadion wieder. Die letzten Meter, Ziel, fertig! Etwas über sieben Stunden gebraucht.

Fazit: schöner kann ein Läufer einen sonnigen Tag nicht verbringen!

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