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Ilona Schlegel - War der Lauf nicht dein Freund, war er dein Lehrer

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2023 - Wander-Marathon

Geschrieben Januar 2024


Es hätte ein großartiges Läufer-Jahr werden können. Werden sollen. Mein erster Marathon war vor 25 Jahren und der erste Ultra ist 20 Jahre her. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Grund zum Laufen ist! Außerdem war 2022 ein so erfolgreiches wunderschönes Lauf-Jahr!

Aber dieses Jahr ist die Kasse knapp. Die Politik wird immer härter, die Kosten und die Abgaben steigen und zum Leben bleibt immer weniger. Also habe ich mir einen Zweit-Job gesucht und statt zu laufen gearbeitet. Immer mehr. Ich war so oft so müde. 2023 war eines meiner härtesten, angstrengendsten und mühsamsten Jahre. Keine Zeit zum Laufen. Wenig Freude. Keine Lichtblicke. Keine Abenteuer. Alles nur zähe Mühsal wo ich mich jede Woche gefreut habe, wenn ich die harte Wochenend-Arbeit überstanden habe. Trauriges Jahr.

Aber einer muss sein. Ein Marathon muss es einfach noch werden. Da ich dieses Jahr aufgrund von viel zu wenig Training natürlich keinen Marathon laufen kann, will ich wandern. Jetzt wandert sich so ein Marathon aber auch nicht von selbst. Ich weiß gar nicht, ob ich so weit wandern kann! Glücklicherweise bietet sich Tom an, mich wieder ein mal zu begleiten. Er hat die Kraft und die Ruhe und die Ausdauer. Und an seiner Seite schaffe ich auch die 42km im Wanderschritt. Als Strecke habe ich mir meine alte Zwischen-Den-Jahren-Schleife ausgesucht. Da kann ich noch mal die schönsten Stellen des Bergischen sehen.

Wir treffen uns um 07:00 am Parkplatz. Es ist noch dunkel, aber ich kenne die Strecke gut, so dass wir ohne Lampe los legen können. Es ist schön. Wandern ist so viel ruhiger als laufen. Wir plaudern, wir gehen wir schweben. Wandern ist für mich heute so, wie Laufen zu meinen besten Zeiten: einfach schwerelos durch den Wald schweben. Ganz ohne Anstrengung voran kommen. Nur halt langsamer als vor 15 Jahren.

Wir sind trotzdem nicht langsam. Wir schaffen die Kilometer im Schnitt unter 12min/km. Wir gehen kurz über den Berg ins Ölbachtal und folgen diesem bis zur Mündung in den Wiembach. Dann gehen wir das Wiembachtal bis zur Quelle hoch, wechseln das Tal zum Murbach und folgen dem bis zurück zum Auto. Ganz einfach und völlig unspektakuläre 26 Kilometer. Nur bei einer kleinen Querung des Wiembach ziehen wir die Schuhe aus, weil das Wasser zu hoch ist.

Nach ein paar Minuten Verpflegung gehen wir in die zweite Schleife (17km). Mir tun allmählich die Füße weh und der Rest meiner Beine ist auch nicht mehr so jung wie heute morgen. Ich checke immer wieder die Rest-Kilometer und bin froh, dass Tom bei mir ist. Ich hätte den Weg sicher auch ohne ihn geschafft. Aber ohne Tom wäre ich vielleicht nicht gestartet.

Fazit: Wandern ist super! Ich darf auch mal alt werden. Solange ich so schöne Tage dabei erleben darf, ist noch alles ok.

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