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2025 - MegaMarsch Düsseldorf
Geschrieben August 2025 Plötzlich war die Lauflust weg. Es war Ende 2022 und ich hatte keine Lust mehr zu laufen. Irgendwie war mir das jetzt zu anstrengend, zu mühselig, zu aua. Ich hatte genug gelaufen. Genug Straße, Wald, Sonne, Wind und Wetter erlebt: es reichte. Da waren noch ein paar Wanderungen, ein paar kurze Läufe, ein paar nette Ausflüge: aber keine Highlights mehr. Laufen war nicht mehr mein Ding. Deshalb war ich auch skeptisch, als Anita versucht hat, mich zu einer Wanderung über 50km zu motivieren. In Düsseldorf. Aber ihr Timing, mich auf so was anzusprechen, war großartig: Finisher-Party vom Köln-Pfad. Tolle Stimmung, tolle Leute, so viel Euphorie in der Luft... Und sie hat angeboten, die komplette Buchung für mich zu übernehmen.... Und sie würde uns sogar hinfahren.... Wie sollte ich da Nein sagen? Und warum auch? Wir sind also zum Start gefahren und los gewandert. Das war für mich etwas völlig anderes, als alle meine Läufe: keine Zeitnahme, keine Rangliste, kein Leistungsdruck. Das hat mir sehr gefehlt. Außerdem habe ich mich klein, alt und kastriert gefühlt. Statt laufen nur noch wandern. Das war, als wäre ich vom Motorrad auf den Roller umgestiegen. Abstieg. Als hätte der Boß einen erfahrenen Trucker vom Sattelschlepper auf den Kleinlaster degradiert. Geschrumpft. Kein geworden. Der erste VP kommt: alle liegen oder sitzen entspannt rum und genießen das Angebot. Niemand hat es eilig. Außer mir will keiner weiter. Ich wandere also neben einer bestens gelaunten Anita her und bin erfüllt von tiefer Traurigkeit. Erst jetzt, Wochen später, bin ich in der Lage darüber zu schreiben. Um mich rum sind so viele so junge und fröhliche Wanderer und ich bin hier voll der traurige Miesepeter. Hoffentlich merkt das keiner. Hoffentlich versaue ich niemand den Tag. Der zweite VP kommt: wunderschöner Platz unter Bäumen. Hier könnte man ewig sitzen, aber ich habe immer noch diesen alten Ehrgeiz in mir: weiter, immer weiter. Ich spüre, daß ich die 50km locker durch wandern kann: das ist gar keine Distanz für mich. Und ich will das jetzt unter zehn Stunden schaffen. Und ich gebe immer mehr Druck auf die Wandersohlen und marschiere kräftig. Das ist anstrengend hilft gegen die Traurigkeit. Bald ist das Ziel erreicht (09:35 gesamt seit Start) und ich warte in Ruhe auf Anita. Fazit: Irgendwann werde ich die 50k gar nicht mehr schaffen. Aber dieser Tag ist nicht heute. Und bis dahin kann ich mit der Traurigkeit leben. zurück zur Startseite |