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Der Röntgenlauf
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geschrieben Oktober 2005 |
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Zutaten für einen perfekten Tag: Der erste Halbmarathon ist nach meinem Gefühl der schwerste. Der Weg ist zu höchstens 5% geteert, das meiste sind gute Forst- und Feld-Wege und teilweise schmale Wald- und Wiesen-Pfade. Es waren sehr viele Läufer auf der Strecke, vor allem Marathoni und Halbmarathoni, die meisten davon schneller als ich. Grade auf den schmalen Pfaden ist es mir nicht leicht gefallen, mein eigenes Tempo zu finden, deshalb habe ich mich immer für langsam entschieden.
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Nach 21-komma-etwas Kilometern war dann für die Halbmarathonis das Ziel erreicht und für mich ein Drittel der Strecke geschafft. Auch an dieser Stelle war die Beschilderung absolut vorbildlich und unmöglich zu verfehlen.
Auf dem zweiten Drittel war es schon etwas ruhiger auf der Strecke, und ich trabte gemütlich durch die Wälder. Die Veranstalter haben bei der Beschilderung offensichtlich mit eingeplant, daß jemand bis spät in die Nacht braucht und ohne Taschenlampe unterwegs ist. Derjenige bräuchte sich nur an den Schildern und Wegweisern entlang zu hangeln und würde den Weg finden, so hervorragend ist die Außchilderung. Ich hatte nicht vor, so lange unterwegs zu sein und bin daher in den Genuß von zahlreichen Streckenposten gekommen, die jede, aber auch wirklich jede der vielen Straßenquerungen mit mehreren Personen von Polizei und/oder Feuerwehr abgesichert haben. Die Läufer hatten immer freie Bahn (VorFAHRT kann man ja nicht sagen) und der Verkehr wurde gebieterisch mit der roten Kelle angehalten. Das war für mich auch gut so, denn für die Ultra-Läufer gibt es an der Marathon-Marke ein Zeitlimit von 5:30 Stunden, und deshalb habe ich es auf diesem Mittelteil nicht mehr ganz so gemächlich angehen laßen, sondern ein ganz kleines Bißchen mehr druck auf die Sohlen gegeben. Kaum waren die 42,195 Kilometer voll, wurde es richtig einsam. Hier war ich dann wirklich froh über die perfekte Außchilderung, weil oft genug kein Läufer außer mir weit und breit zu sehen war. Der Lauf lief einfach perfekt, ich war wie im Rausch und meine Beine machten alles wie von selber. Ich habe noch nie vorher erlebt, daß bei einem Lauf über mehr als 30 km überhaupt nichts weh getan hat. Hier, bei diesem wunderbaren Röntgenlauf war es so. Ich hatte absolut kein Problem. Die Knie, sonst meine persönliche Achillesferse, wurden gegen Ende zwar ein Bißchen müde, haben aber nicht weh getan. Auch die Knöchel oder die Füße schienen die Km gar nicht zu spüren, genauso wenig wie Rücken, Schultern, Nacken oder was einem sonst noch so weh tun könnte. Nichts, absolut Nichts hat weh getan. Ein fantastisches Gefühl! Mir war, als ob ich ewig so weiter laufen könnte. Ab Km 55 merkte ich, daß ich für die angestrebte Zielzeit unter acht Stunden noch ein wenig weiter aufdrehen müßte. Und siehe da: es ging! Ich lief wie bei einem zehner Trainingslauf und fühlte mich blendend!
Mein Timing war übrigens erschreckend genau, die Uhr stand beim Zieleinlauf auf 7:59:53! Wenn das keine Punktlandung ist! Im Ziel habe ich dann, um den Lauf noch zu krönen, Markus und Step getroffen, die beide etwa zehn Minuten vor mir angekommen sind. Außerdem habe ich noch ein Finisher-Shirt mit Skelett, paßend zu Halloween, und eine klaße Medaille bekommen, beides mit in die nahegelegenen Umkleiden genommen und die heiße Dusche genoßen. Für den Weg zurück zum Auto haben wir dann aber doch den Pendelbus genommen. Fazit: WHOW! |